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Isolation - Peter Szalc

3. Sept. - 22. Dez. 2020

Vom Comic bis zur Collage
von Christina zu Mecklenburg. Gen.-Anz. Bonn, 19/20 sept. 2020

Ein Vorspiel zu einer Miniaturwerkrevue mit dem Titel „Isolation“ erinnert an den damals jungen, gerade in Deutschland angekommenen
Peter Szalc: Lockere, lapidare und teils wilde Bleistiftskizzen treffen auf penible, engmaschige Tuschzeichnungen, wo der 1960 im polnischen Olsztyn geborene Künstler öde, verlassene Stadt- und Naturräume oder bizarre Menschenstudien entfesselt. Die, aus den neunziger Jahre stammenden Blätter lassen auf einen eigenwilligen Künstler oder Einzelkämpfer schließen, der gerne erzählt, andeutet, verfremdet, kritisiert, parodiert und provoziert.
Der Brennpunkt „Isolation“ leuchtet dann prägnant auf in brandneuen, großformatigen, zeitkritisch und polemisch aufgeladenen Gemälden. Schwerpunkte bilden etwa: Corona oder krankheitsbedingte Formen der Vereinsamung, politische Alleingänge (Trump), Sehnsüchte nach regenerierender Urlaubsabgeschiedenheit, Kommunikationsarmut. Sehenswert sind vor allen Dingen lebhafte Bildarchitekturen, die vielfach aus raffinierten Collagen von Comic, Plakat- und Ornamentkunst, Piktogram oder Graffiti hervorgehen.
Die besondere Magie der komplexen Bildwelt des Bonner Malers und Grafikers liegt begründet in einer intensiven, expressiven, kontraststarken Farbensprache, Sprachrohr für soziale, politische oder individualistische Diskrepanzen, Defekte, Paradoxien, kurzum für den Nonsens unserer Tage.